Web-Contents: Kurzbiographien berühmter Wissenschaftler
Die Nachfolgenden Biographien sind Beispiele dafür,
wie Sie Internetseiten durch informativen Web-Content aufwerten können.
Fermat, Pierre de * 17. 8. 1601 Beaumont de Lomagne, Montauban, 12.
1. 1665 Castres
Der Sohn eines südfranzösischen Lederhändlers gehört
sicherlich zu den Ausnahmeerscheinungen unter den Mathematikern. So studierte
er nicht nur Mathematik, sondern auch Jurisprudenz und alte Sprachen.
Ab 1631 arbeitete Fermat als "Conseiller au Parlement de Toulouse",
als Hofrat, den die Bürger der Stadt konsultieren mussten, wollten
sie ein Gesuch an den König richten. Trotz dieser Amtstätigkeit
war Fermat nicht nur einer der wichtigsten Mathematiker des 17. Jahrhunderts
- mit seinem berühmten letzten Satz hielt er über dreihundert
Jahre lang die Welt der Zahlenkünstler und logischen Denker in Atem:
Ausgehend vom Satz des Pythagoras über rechtwinklige Dreiecke (a²
+b²=c²) stellte Fermat fest, dass es keine ganzzahligen Lösungen
geben kann, wenn die 2 der Potenz durch eine höhere Zahl ersetzt
wird. Der mathematische Beweis für diesen Satz ging verloren, erst
1995 gelang Andrew Wiles der Nachweis. Fermat widmete sich weiteren Problemen
der Zahlentheorie und der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Durch seine Kenntnisse
der alten Sprachen konnte er griechische mathematische Handschriften lesen
und darin enthaltene Fehler verbessern. Neben Descartes gilt er als Begründer
der Achsengeometrie.
Lagrange, Joseph-Louis Comte de * 25. 1. 1736 Turin, 10. 4. 1813 Paris
Der französische Mathematiker und Astronom italienischer Herkunft
führte zahlreiche allgemeine Prinzipien in mathematische Bereiche
wie die Variationsrechnung und die analytischen Mechanik ein. 1755 wurde
der Sohn eines verarmten Spekulanten schon mit 19 Jahren zum Professor
für Mathematik in Turin. Aus dem Kreis seiner Studenten entwickelte
sich die Turiner Akademie der Wissenschaften. Durch seine 1759 veröffentlichten
Arbeiten zur Variationsrechnung und der Lösung des isoperimetrischen
Problems fand er die Aufmerksamkeit des zu dieser Zeit berühmten
Mathematikers Euler, dessen Nachfolger an der Berliner Akademie Friedrichs
des Großen er 1766 wurde. Dort beschäftigte er sich u.a. mit
partiellen Differentialgleichungen, mehrfachen Integralen, unbestimmten
Gleichungen und Problemen der Astronomie. 1786 ging Lagrange als Mitglied
der französischen Akademie nach Paris. Dort widmete er sich religionswissenschaftlichen
und metaphysischen Studien. Nach dem Beginn der französischen Revolution
kümmerte er sich in einem Komitee um die Aufstellung des metrischen
Maß- und Gewichtssystems. 1795 erfolgte die Berufung als Professor
an die Ecole Normale, zwei Jahre später an die Ecole Polytechnique.
Seine Themen waren dort die Infinitesimalrechnung und analytische Funktionen.
Lamarck, Jean-Baptiste de Monet, Chevalier de Lamarck * 1. 8. 1744 Barenteine,
Picardie, 18. 12. 1829 Paris
Der Begriff Biologie als Bezeichnung für die Lehre von den Lebewesen
stammt aus der Feder des Naturforschers Lamarck. Seine Ideen über
die Abstammung, allgemein als Lamarckismus bezeichnet, machten ihn zum
Vorläufer des Darwinismus. So unterschied er in seinem Hauptwerk,
einer Naturgeschichte in 5 Bänden, die wirbellosen Tiere von den
Wirbeltieren und teilte sie in zehn Klassen ein. Eine weitere, stammbaumähnliche
Unterteilung des Tierreichs in drei Gruppen nahm er nach der Differenziertheit
der Nerven- und Sinnesleistungen vor. Sein großes Projekt, die "Physik
der Erde", in der er die allgemeinen Naturgesetze beschreiben wollte,
blieb fragmentarisch. Aus einer verarmten Adelsfamilie stammend, besuchte
er eine jesuitische Klosterschule. 1761 wurde er Offizier und kämpfte
in dem bis 1763 dauernden siebenjährigen Krieg. Aufgrund einer Krankheit
musste er 1768 die Offizierslaufbahn aufgeben. Er arbeitete in einem Bankgeschäft,
verkaufte das elterliche Gut und konnte so 1770 Medizin studieren, beendete
das Studium jedoch 1774 ohne Abschluss. Durch botanischen Studien erhielt
er Anerkennung und wurde Mitglied 1779 Mitglied der Pariser Akademie und
1786 Kustos des königlichen Herbariums. Der Mitbegründer des
Nationalmuseums für Naturgeschichte und Reorganisator des Botanischen
Gartens erhielt 1792 ein Professur für Zoologie.
Landsteiner, Karl * 14. 6. 1868 Wien, 26. 6. 1943 New York
Im Jahr 1901 beschrieb der österreichische Serologe in einer Arbeit
erstmals die unterschiedlichen Blutgruppen, die er A, B und C nannte.
Später wurde die Blutgruppe C in 0 umbenannt und eine weitere, die
Gruppe AB ausgemacht. Diese Entdeckung und das Verfahren zur Bestimmung
der einzelnen Blutgruppen ermöglichte erst die gefahrlose Übertragung
von Blut. Die Tragweite dieser Erkenntnis wurde im ersten Weltkrieg erkennbar,
als vielen Verwundeten dadurch das Leben gerettet werden konnte. Der Sohn
eines Wiener Zeitungsverlegers studierte 1885-1891 Medizin und Chemie.
1896 wurde Landsteiner nach einer Tätigkeit in Würzburg Assistent
am Hygienischen Institut in Wien und anschließend am Pathologisch-Anatomischen
Institut. 1903 folgte die Promotion und 1908 eine Stelle als Prorektor
am Wilhelminenhospital in Wien. Diese tauschte er 1919 mit derselben Position
in Den Haag. 1922 wurde der Serologe dann an das Rockefeller-Institut
in New York berufen. Dort leitete er die Abteilung für Pathologie
und Bakteriologie. 1930 erhielt er für die Entdeckung des Blutgruppensystems
den Nobelpreis für Medizin. Bei Untersuchungen von Rhesusaffen entdeckte
er 1940 den Rhesusfaktor.
Lavoisier, Antoine Laurent * 26. 8. 1743 Paris, 8. 5. 1794 Paris
Mit der Entwicklung der chemischen Nomenklatur, die Lavoisier in der
Tafel der chemischen Elemente darstellte, wurde die Chemie als moderne
Naturwissenschaft geboren. Neue systematische Bezeichnungen entstanden,
mit seinen Verfahren gelang es dem französischen Chemiker, zwei Elemente
der Luft zu extrahieren, eines nannte er Oxygen, das andere, Azote, wurde
später in Nitrogen umbenannt. Mit dem von ihm entwickelten ein Verfahren
zur Aufbereitung von Salpeter wurde die Herstellung von Schießpulver
vereinfacht. Er beschäftigte sich mit Verbrennungs- und Oxidationsprozessen.
Seine wissenschaftliche Laufbahn begann nach einem Studium der Jurisprudenz
durch die Teilnahme an einem Geowissenschaftlichen Projekt. Er hörte
Vorlesungen zur Chemie und wurde 1768 Mitglied der Pariser Akademie der
Wissenschaften. Mit den Gewinnen aus einem Unternehmen für Steuereintreibungen
finanzierte er ein Labor, 1775 folgte die Leitung der Königlichen
Pulververwaltung. Aufgrund dieser beiden Tätigkeiten wurde er von
dem Französischen Revolutionstribunal im Jahr 1794 zum Tode verurteilt
und hingerichtet.
Bacon, Franzis * 22. 1. 1561 London, 9. 4. 1626 London
Dem britischen Philosophen, Staatsmann und Begründer des englischen
Empirismus gelang es, durch seine wissenschaftlichen Erkenntnismethoden
eine Bresche für die noch junge moderne Naturwissenschaft zu schlagen.
Sein Augenmerk galt der Trennung von wissenschaftlicher Bildung und religiöser
Tradition, der Verknüpfung von Wissenschaft und Technik im Dienst
eines allgemeinen Fortschritts und der Nutzung der Naturwissenschaften
in der wirtschaftlichen Produktion. Francis Bacon entwickelte die empirische
Methode der Induktion, wobei auf der Basis gesammelter Informationen und
deren logischer Verknüpfung wissenschaftliche Gesetze formuliert
werden. Der Beamtensohn aus London studierte, wie sein Vater, zunächst
Jura in Camebridge, wurde Anwalt und 1584 Mitglied des Parlaments. Als
geborener Opportunist gelang es ihm, die Gunst der Königin Elisabeth
I. und später, 1603 unter König Jakob I. einen Adelstitel zu
erlangen. 1826 folgte die Berufung zum Lordkanzler. Den 1621 verliehenen
Titel des Viscount of St. Alban musste er, wie alle seine Staatsämter
noch im selben Jahr zurückgeben, da er der Korruption überführt
wurde.
Becquerel, Henri * 15. 12. 1852 Paris, 25. 8. 1908 Le Croisic
Henri ist der jüngste und zugleich bekannteste Physiker aus drei
Generationen der Familie Becquerel, die allesamt Professoren am Pariser
Musée d'histoire naturelle und Präsidenten der Pariser Akademie
waren. Nach seiner Promotion an der Sorbonne über die Absorption
von Licht in Kristallen im Jahr 1888 wurde er 1891 Professor am Musée
d'histoire. Bereits 1873 hatte er die Infrarotstrahlung des Sonnenlichts
entdeckt. Er wies nach, dass sich die Polarisationsebene des Lichts in
Gasen dreht und beschäftigte sich ausgiebig mit der Fluoreszenz und
Phosphoreszenz von Kristallen. Durch diese Arbeit und angeregt von der
Entdeckung der Röntgenstrahlen im Jahr 1895 begann er fluoreszierende
Materie auf vergleichbare Strahlen hin zu untersuchen. Bei seinen Versuchen
entdeckte Becquerel die von Uran ausgehende Radioaktivität. Er fand
heraus, dass b-Strahlen (Elektronen) magnetisch ablenkbar sind. Für
seine Entdeckung der Radioaktivität, die zunächst seinen Namen
tragen sollte, erhielt er gemeinsam mit Marie und Pierre Curie 1903 den
Nobelpreis für Physik. Präsident der Académie des sciences
wurde Becquerel im Jahr ein Jahr vor seinem Tod.
Bell, Alexander Graham 3. 3. 1847 Edinburgh, 1. 8. 1922 Bein Bhreagh,
New Scotland
Ohne die Erfindung des Buchdrucks wäre das Zeitalter der Wissenschaften
kaum denkbar. Damit vergleichbar, ist das Informationszeitalter nicht
ohne die Erfindung des Telefons vorstellbar. Alexander Bell, der Sohn
eines Lehrers für Gehörlose und Enkel eines Lehrers für
Rhetorik erlernte zunächst den Beruf des Vaters und wurde dessen
Assistent, bevor die Familie 1870 nach Kanada übersiedelte. 1877
wurde Bell zum Professor für Stimmenphysiologie und Sprechtechnik
an der Universität Bosten, USA. Er interessierte sich für Helmholtz'
Lehre zu den Tonempfindungen und machte physikalische Experimente. Sein
autodidaktisch erlerntes Wissen über Anatomie, Physiologie und Akustik
verwendete er, um Instrumente zur Übertragung menschlicher Sprache
zu entwickeln. Bell verwandelte Schallschwingungen in elektrische Strombewegungen
und diese, nach der Übertragung durch elektrische Leitungen, wieder
in Schallwellen. 1876 wurde der entsprechende Apparat, das Telefon, patentiert
und auf der Weltausstellung in Philadelphia vorgestellt. Im selben Jahr
fand das erste Ferngespräch zwischen Boston und Camebridge (USA)
statt. 1879 gründete Bell die New England Telephone Company.
Berthelot, Pierre Eugène Marcelin * 25. 10. 1827 Paris, 18.
3. 1907 Paris
Seit den Arbeiten des Französischen Chemikers ist der Name Saccharose
für Rohrzucker geläufig, kann zwischen Mono- und Polysacchariden
unterschieden werden, außerdem ist seitdem bekannt, dass Zucker
nicht nur die Eigenschaften des Alkohols, sondern auch die des Aldehyds
besitzt. Er konstruierte das Kalorimeter, ein Gefäß, mit dem
erzeugte oder verbrauchte Wärmemengen eines Stoffes bestimmt werden
konnten und entwickelte Methoden zur Synthese organischer Stoffe wie der
Essigsäure. Damit wurde Berthelot zum Begründer der Kohlenstoffchemie
und zu einem Wegbereiter der Thermochemie. Der Sohn eines Arztes wurde
1859 Professor für Organische Chemie in Paris. Als Präsident
des wissenschaftlichen Verteidigungskomitees hatte er während der
Belagerung von Paris 1870/71 die Munitionsherstellung zu überwachen.
Später beschäftigte er sich mit der Chemie der Explosionsstoffe
und führte das rauchlose Pulver ein. Neben seinen wissenschaftlichen
Studien, in denen er sich ausführlich mit der Thermochemie und der
Geschichte der Chemie befasste, hatte er zwei politische Ämter inne,
1886/1887 den des Unterrichtsministers, 1895/1896 den des Außenministers.
Bohr, Niels Henrik David * 7. 10. 1885 Kopenhagen, 18. 11. 1962 Kopenhagen
Der dänische Physiker entwickelte das erste Atommodell, mit dem
das Linienspektrum des Wasserstoffatoms erklärt wurde. Das von ihm
formulierte Korrespondenzprinzip stellte einen wichtigen Beitrag dar,
um die Beziehung zwischen der Quantenphysik und der klassischen Physik
zu erläutern. Durch seine Arbeiten trug Bohr entscheidend zu der
Entwicklung der Quantentheorie bei. 1903 begann er das Studium der Physik
an der Kopenhagener Universität. Nach Forschungsaufenthalten in Cambridge
und Manchester nahm er von 1913-1916 eine Dozententätigkeit an der
Universität Kopenhagen an. 1920 wurde der Lehrstuhl Theoretische
Physik für ihn eingerichtet. 1922 folgten die Göttinger Vorträge
über moderne Physik und der Nobelpreis für Arbeiten über
den Bau des Atoms. Aufgrund seines Einsatzes für jüdische Wissenschaftler
in Deutschland musste Bohr 1943 fliehen, kehrte jedoch 1945 wieder nach
Kopenhagen zurück. Als früher Gegner atomaren Wettrüstens
gründete Bohr 1955 die Dänische Atomenergiekommission und organisierte
eine Konferenz zur friedlichen Nutzung von Atomenergie. 1961 erhielt er
eine Ehrenprofessur an der Lomonosov-Universität Moskau.
Born, Max * 11. 12. 1882 Breslau, 5. 1. 1970 Göttingen
Im Jahr 1901 begann die Karriere des unermüdlichen Physikers mit
dem Studium der Mathematik und Physik in Breslau. Nach Stationen in Heidelberg,
Zürich, Cambridge, wo er 1907 promovierte, kam er Breslau zurück.
Bereits 1908 ging er nach Göttingen, 1915 erhielt Born dann eine
Professur in Berlin, die er im Ersten Weltkrieg nicht wahrnehmen konnte.
Einer Lehrtätigkeit in Frankfurt 1991 folgte 1920 die Professur am
Institut für Theoretische Physik in Göttingen. Hier arbeitete
er ab 1924 mit Heisenberg und Pauli an der mathematichen Beschreibung
des Atomtheorie Bohrs. 1926 entwickelte Born eine statistische Interpretation
der Quantenmechanik, die als Grundlagenwerk gilt. 1933 von den Nationalsozialisten
seines Amtes enthoben, ging Bohr nach Südtirol, England, Indien und
übernahm 1936 eine Professur in Edingburgh. 1953 wurde er dort emeritiert
und ging anschließend nach Deutschland zurück. Im Jahr 1954
erhielt Born zusammen mit Walter Bothe den Nobelpreis für Physik
für die Arbeiten über die Interpretation der Quantenmechanik
und den Aufbau von Kristallen.
Boveri, Theodor * 12. 10. 1862 Bamberg, 15. 10. 1915 Würzburg
Der um die Jahrhundertwende weltbekannte Zoologe und Cytologe Boveri
gilt als der Begründer der Chromosomentheorie in der Vererbungslehre.
Er bewies unter anderem, dass Chromosomen individuelle Elemente des Zellkerns
sind, belegte anhand von Versuchen, dass Chromosomen immer nur einen Teil
des gesamten Erbguts enthalten, sich also qualitativ voneinander unterscheiden.
Die Mendelschen Gesetze, die bisher auf rein statistisch-mathematischer
Basis beruhten, wurden mit Hilfe der Chromosomentheorie auch naturwissenschaftlich
bekräftigt. Der Sohn eines bayrischen Arztes studierte Medizin und
Zoologie in München. Dort legte er 1855 auch die Promotion ab. 1887
folgte die Habilitation in den Fächern Zoologie und Vergleichende
Anatomie. Zwei Jahre später übernahm Boveri eine Professur für
Zoologie an der Universität Würzburg, die er bis zu seinem Tod
im Jahr 1915 inne hatte.
Boyle, Robert * 25. 1. 1627 Lismore (Irland), 30. 12. 1691 London
Als Robert Boyle geboren wurde, arbeite Galileo Galilei gerade an seinem
berühmten Dialog über die Weltsysteme, Bacons "New Atlantis"
wurde veröffentlicht und die ganze Welt begab sich auf die Suche
nach einer Möglichkeit, die Längengrade zu berechnen. Es ist
also kein Wunder, dass das 14. Kind des Earl of Cork, nachdem er ab 1637
eine siebenjährige Bildungsreise durch ganz Europa unternommen hatte,
sich für die Theorien von Kopernikus und Kepler begeisterte. Als
Chemiker setzte er sich mit den klassischen Elementarlehren von Empedokles,
Aristoteles und Paracelsus auseinander, die zu dieser Zeit noch allgemeine
Gültigkeit besaßen. In seiner 1661 erschienenen Schrift "The
Sceptical Chymist" verwarf der nachdenkliche Wissenschaftler diese
Theorien und setzte an ihre Stelle eine korpuskular-mechanische Theorie.
Er definierte den Begriff Element neu und schuf im Rahmen medizinischer
und pharmazeutischer Studien den Begriff "Pharmakologie", in
diesem Rahmen wurde ein erster Standard für Medikamente formuliert.
Bekannt wurde Boyle vor allem wegen der Entdeckung des Boyle-Mariottschen
Gesetzes, das eine Regelmäßigkeit für die Zustandsänderung
von sogenannten idealen Gasen beschreibt: Demnach ist das Volumen eines
Gases umgekehrt proportional zum Druck. Steigt der Druck an, sinkt das
Volumen entsprechend ab.
Brahe, Tyge, lat.: Tycho * 14. 12. 1546 Knudstrup, Schonen, 24. 10.
1601 Prag
Der dänische Astronom studierte Philosophie, Rhetorik, Jura, Mathematik
und Astronomie. Er unternahm viele Reisen durch die Schweiz, Italien und
Deutschland, wo er sich zu wissenschaftlichen Forschungszwecken niederlassen
wollte. Ein Angebot des dänischen Königs Frederik II. ließ
ihn 1575 zurückkehren. Auf der Insel Ven errichte er zwei Sternwarten,
die zu zentralen europäischen Forschungsstätten wurden. Nach
dem Tod des Königs fehlte ihm allerdings die nötige Unterstützung.
1599 wurde Brahe nach einem Aufenthalt in Deutschland zum Kaiserlichen
Mathematiker und Astronomen in Prag ernannt. Zwei Jahre später starb
er an einem Nierenleiden. Durch die Konstruktion eigener Instrumente -
das Fernrohr wurde kurz nach Brahes Tod erfunden - gelangen ihm wegweisende
Entdeckungen, die sein Schüler, Johannes Kepler zur Grundlage seiner
Gesetze der Planetenbewegung machte. Durch die Beobachtung von Kometen
und die Erstellung eines fast 1000 Sterne umfassenden Fixsternkatalogs
stellte Brahe das geozentrische Weltbild in Frage, konnte sich aber nicht
zur letzten Konsequenz durchringen und das heliozentrische Weltbild anerkennen.
Als eine Art Kompromiss entwickelte er das "Tychonische Weltsystem",
das davon ausging, dass alle Planeten mit Ausnahme der Erde um die Sonne
kreisten. Sonne und Mond sollten sich demnach um eine fixe Erde bewegen.
Cassini, Giovanni Domenico * 8. 6. 1625 Parinaldo bei Nizza, 14. 9.
1712 Paris
Der geborene Napoletaner studierete in Genua und Bologna. 1650 erhielt
er den neu eingerichteten Lehrstuhl für Mathematik und Astronomie
an der Universität Bologna. Dort ließ er eine Sternwarte einrichten,
außerdem war er mit militärischen Ingenieurstätigkeiten
beschäftigt. 1662 gab Cassini neue Sonnentafeln heraus, bestimmte
die Rotationszeiten von Mars, Venus und Jupiter, dessen Abplattung ihm
1665 aufgefallen war.. 1668 rief König Ludwig der XIV ihn als Beobachter
an die Akademie der Wissenschaften in Paris, womit seine Laufbahn in Frankreich
begann. Im folgenden Jahr wurde Cassini zum Direktor der neuen Sternwarte
ernannt. Von dort aus entdeckte er 4 Monde des Saturn und die Trennungslinie,
die im Saturnring verläuft, den sogenannten "Cassinischen Streifen"
und das Zodiakallicht. Als Resultat eines Streits zwischen den englischen
und französischen Astronomen um die Abplattung der Erde an den Polen
unternahm Cassini im Jahr 1736 eine zweijährige Expedition nach Lappland.
Die Ergebnisse der dort durchgeführten Gradmessungen bestätigten
die französische Position.
Curie, Marie * 7. 11. 1867 Warschau, 4. 7. 1934 Sancellemoz, Schweiz
Die unter dem Namen Sklodowska geborene Tochter eines Physiklehrers studierte
1883 Naturwissenschaften und erlernte 1890 im Industrie- und Landwirtschaftsmuseum
Warschau die Grundlagen der chemischen Analyse. 1893-1894 absolvierte
sie ein ganzes Mathematikstudium. 1903, im Jahr Ihrer Promotion erhielt
die mittlerweile verheiratete Marie Curie gemeinsam mit ihrem Mann und
A.H. Becquerel den Nobelpreis für die Entdeckung der Radioaktivität.
Es folgte 1904eine Physikprofessur in Paris, die sie zwei Jahre später,
nach dem Tod ihres Mannes, zugunsten eines Lehrstuhls für Physik
an der Sorbonne aufgab. Mit ihrem Mann hatte sie die radioaktive Strahlungsweise
der Elemente durch chemische Analyse zu bestimmen versucht. Dabei entdeckten
sie die beiden Elemente Polonium und Radium. Für ihre Reindarstellung
des Radiums bekam Marie Curie 1911 einen weiteren Nobelpreis, den für
Chemie. Nach Übernahme der Leitung des Curie-Instituts im Jahr 1914,
richtete sie 1918 den ersten französischen Radium-Therapie-Dienst
ein. Seitdem gilt sie als Begründerin der sozialen Radiologie. 1934
verstarb sie an Leukämie, die durch radioaktive Strahlung verursacht
wurde.
Curie, Pierre * 15. 5. 1859 Paris, 19. 4. 1906 Paris
Der französische Physiker entdeckte zusammen mit seiner Frau Marie
und zeitgleich mit Becquerel die Radioaktivität. Für diese Entdeckung
erhielten die drei im Jahr 1903 den Nobelpreis für Physik. Diesem
Erfolg vorausgegangen war ein Physikstudium an der Pariser Sorbonne mit
einer anschließenden Assistententätigkeit ab 1878. Nach einem
Wechsel an die École Municipale für Physik und industrielle
Chemie in Paris schloss er 1895 seine Dissertation ab. Im selben Jahr
erhielt er dort eine Professur für Physik. Im Jahr 1904 wurde dem
Nobelpreisträger ein Lehrstuhl an der Sorbonne eingerichtet, den
er bis zu seinem tödlichen Unfall im Jahr 1906 inne hatte. Bevor
Pierre Curie mit seiner Frau zusammenarbeitete entdeckte er gemeinsam
mit seinem Bruder den piezoelektrischen Effekt von Kristallen. Er entwickelte
Präzisionsmessgeräte und formulierte eine Theorie der Kristallbildung.
Neben Untersuchungen zur Kristallsymmetrie stellte er 1895 das "Curiesche
Gesetz" auf, das die Abhängigkeit der Magnetisierung äußerer
magnetischer Felder von der Temperatur beschreibt. Der Begriff "Halbwertszeit"
geht auf Curie zurück, auch setzte sich in einem Selbstversuch kritisch
mit dem krankmachenden Charakter radioaktiver Strahlung auseinander.
Cuvier, Georges Baron de * 23. 8. 1769 Montbéliard, 13. 5. 1832
Paris
Der französische Naturforscher vertrat in seiner Kataklysmentheorie
die Ansicht, dass von Zeit zu Zeit in bestimmten Gebieten der Erde Katastrophen
stattfinden, wodurch die gesamte Organismenwelt dieser Region vernicht
würde. Auf diese Weise seien Arten einer Erdepoche vernicht worden,
was er mit den Fossilienfunden der Tierwelt begründete, die von heute
bekannten Arten abweichen. Organismen benachbarter Regionen besetzen nach
Cuviers Theorie die entstandenen Nischen. Der Sohn einer Hugenottenfamilie
studierte von 1784 - 1788 Kameralwissenschaft (Staatsverwaltung und Finanzen)
und war anschließend in der Normandie als Hauslehrer tätig.
Dort beschäftigte er sich von 1788 - 1795 mit den Pflanzen, Insekten
und Tieren der Meeresküste. Durch Beziehungen erhielt er 1795 eine
Stelle als Professor für Naturgeschichte in Paris. Im gleichen Jahr
wurde er Professor für Vergleichende Anatomie und im Jahr 1796 begann
er am Institut National mit der Gründung der größten anatomischen
Sammlung Europas. Napoleon berief Cuvier 1802 zum Sekretär für
Naturwissenschaften, 1812 wurde er Staatsrat und Kanzler der Pariser Universität.
Im Pariser Becken führte er geologisch-paläontologische Forschungen
durch. 1817 erschien sein Hauptwerk, eine Systematik des Tierreiches in
4 Bänden, deren Grundeinteilung beispielhaft für die weitere
systematische Forschung wurde.
Darwin, Charles Robert * 12. 2. 1809 Shrewsbury, 19. 4. 1882 Down, Kent
Der Sohn eines Arztes, der als 8-jähriger seine Mutter verlor, war
schon als Kind ein naturverbundener leidenschaftlicher Sammler, der sich
mit Steinen, Insekten, Muscheln, Vogeleiern und Pflanzennamen beschäftigte.
Auf Wunsch des Vaters begann er 1825 ein Medizinstudium, dass er jedoch
bald aufgab. Mit dem Studium der Theologie in Cambridge im Jahr 1828 begann
seine naturwissenschaftliche Laufbahn, denn die meisten Naturforscher
gehörten zu dieser Zeit dem Klerus an. So kam er als naturwissenschaftlicher
Beobachter auf das Forschungsschiff Beagle, das von 1831 bis 1836 mit
Darwin an Bord eine Weltreise unternahm. Diese Reise führte unter
anderem auf die Galapagos-Inseln, wo er Gelegenheit hatte, die Lebensgewohnheiten
der vielen dortigen Tierarten zu beschreiben. Diese Aufzeichnungen und
Eindrücke wurden zur Grundlage für die spätere Theorie
des Artenwandels. Nach seiner Rückkehr übernahm Darwin von 1838
bis 1841 den Posten des Sekretärs der Geologischen Gesellschaft.
Er heiratete und zog sich 1842 in das Dorf Dawn südlich von London
zurück, wo er biologische Arbeiten verfasste und botanische Forschungen
betrieb. 1859 erschien das Hauptwerk "Über den Ursprung der
Arten", mit dem die Evolutionstheorie begründet wurde.
Descartes, René, * 31. 3. 1596 La Haye, Touraine, 11. 2. 1650
Stockholm
Der französische Philosoph, Naturforscher und Mathematiker übte
einen großen Einfluss auf die Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaften
aus. In Schriften wie "Diskurs über die Methode" und seinen
"Philosophischen Prinzipien" schuf er die Grundlagen der neueren
Erkenntnistheorie. Das geschlossene mechanische Weltsystem, das ihm vor
Augen stand, sollte auf klaren und deutlichen Vorstellungen beruhen und
auf einfachste Einsichten zurückführbar sein. Der radikale Zweifel,
dem er nachging führte ihn zur Einsicht, das jeder Mensch durch das
Denken sich selbst gewiss wird, nach dem Motto: "cogito, ergo sum"
("Ich denke, also bin ich"). Nach dem Besuch eines Jesuitenkollegs
studierte Descartes Rechtswissenschaften. Von 1618-21 stand er in Kriegsdiensten
für Moritz von Nassau und Maximilian von Bayern. 1629-1649 verbrachte
er in den Niederlanden, aufgrund von Konflikten mit konservativen Kirchenkreisen
nahm er dann eine Einladung Königin Christinas nach Stockholm an.
Descartes begründete die analytische Geometrie und verfasste Arbeiten
physikalische Arbeiten zur Astronomie, Optik und Dynamik. Während
seine Physik wurde von den Theorien Newtons abgelöst wurde, finden
seine erkenntnistheoretischen Aussagen noch heute Anerkennung.
Eddington, Sir Arthur Stanley * 28. 12. 1882 Kendal, 22. 11. 1944 Cambridge
Jeder Stern muss eine Masse in dem Intervall zwischen 1029 kg und 1931
kg haben, ansonsten wirkt entweder die kontrahierende Gravitationskraft
oder es nimmt der zur Ausdehnung führende Strahlungs- und Gasdruck
Überhand. In beiden Fällen würde der Himmelskörper
zerstört. Diese Regel formulierte der britische Astronom und Astrophysiker
als das sogenannte Eddingtonsche Massenintervall. Von 1889 bis 1904 studierte
der Sohn eines Quäker-Schulleiters Physik und Mathematik. Anschließend
war er ab 1906 für 8 Jahre Hauptassistent des Königlichen Observatoriums
in Greenwich, bevor er 1913 zum Plumian-Professor für Astronomie
und Experimentalphysik ernannt wurde. Ab 1914 hatte Eddington den Posten
des Direktors der Universitätssternwarte Cambridge inne. Dort beschäftige
er sich mit dem inneren Aufbau der Sterne und des Universums. Er erkannte,
dass Sterne im Innern gasförmig sind und ihre Energie durch Wärmestrahlung
transportieren. Außerdem lieferte er eine Begründung für
die "Masse-Leuchtkraft-Beziehung", wodurch es möglich wurde,
aus der Helligkeit eines Sterns auf dessen Masse zu schließen. In
der Physik fanden seine Arbeiten zur Relativitätstheorie Einsteins
Anerkennung.
Edison Thomas Alva * 11. 2. 1847 Milan, Ohio, 18. 10. 1931 West Orange,
N.J.
Als einen Wissenschaftler kann man Thomas Edison eigentlich nicht bezeichnen.
Er war vielmehr ein Techniker, ein Tüftler, ein Bastler und obendrein
noch ein Autodidakt. Von der Mutter, die selbst Lehrerin war, wurde er
zu Hause unterrichtet. So hatte er wohl genug Zeit, um schon als Kind
physikalische und chemische Experimente durchzuführen. Zunächst
verdiente er seinen Lebensunterhalt als Zeitungsjunge. 1862 arbeitete
er als Telegrafist und experimentierte natürlich mit Telegrafie.
1868 patentierte er seine ersten Erfindungen, die ihm so viel Geld einbrachten,
dass er zwei Jahre später eine elektrotechnische Werkstatt und 1876
im amerikanischen Menlo Park ein Forschungslaboratorium einrichten. Der
"Zauberer von Menlo Park" gründete die Edison Electric
Light Company und eröffnete 1887 das damals größte Forschungslaboratorium
der Welt mit insgesamt 80 Angestellten. Zu den über 1000 Erfindungen
gehört eine Weiterentwicklung des Telefons durch das Kohlekörnermikrofon,
der Phonograph - ein Vorläufer des Grammophons, der Kinematograph.
Die Kohlenfadenlampe, die zur Glühlampe weiterentwickelt wurde, hatte
Edison zwar patentieren lassen, allerdings verlor er den Patentprozess
gegen Heinrich Goebel, der bereits 25 Jahre zuvor solche Lampen baute.
Das größte Projekt Edisons nahm 1882 seinen Anfang, als er
in einem Stadtteil New Yorks das erste Stromversorgungsnetz einrichtete.
Ehrlich, Paul * 14. 3. 1854 Strehlen, Schlesien, 20. 8. 1915 Homburg
vor der Höhe
Der Serologe und Arzneimittelforscher entwickelte Nachweismethoden von
Substanzen und gilt als Begründer der Chemotherapie. Er setzte Färbetechniken
ein, mit denen er Krankheitserreger wie den Tuberkulosebazillus erkannte.
Dem Mediziner sind Arzneimittel zur Schädigung der Erregers der Schlafkrankheit
sowie eine Substanz gegen den Erreger der Syphilis zu verdanken. Der Sohn
eines Kleinunternehmers studierte an verschiedenen Orten Medizin mit den
Schwerpunkten Chemie und Biologie. Ein Jahr nach der Promotion im Jahr
1877 erhielt er eine Anstellung an der Universität Leipzig und der
Berliner Charité-Klinik. Zur Ausheilung einer Tuberkuloseerkrankung
reiste er, der als Mitarbeiter Robert Kochs mit der Tuberkuloseforschung
beschäftig war, zur Ausheilung nach Ägypten. Es folgte 1890
eine Professur an der Universität Berlin, 1896 wurde Ehrlich Direktor
des Instituts für Serumsforschung und -prüfung. 1899 zog er
nach Frankfurt am Main, um die Leitung des Instituts für Experimentelle
Therapie zu übernehmen, das später in Paul-Ehrlich-Institut
umbenannt wurde. Dieses Institut wurde 1906 die Chemotherapie hinzugefügt.
Ehrlich lehrte als Professor in Göttingen und Frankfurt, für
die Erforschung der Serumtherapie erhielt er 1908 den Nobelpreis für
Medizin.
Einstein, Albert * 14. 3. 1879 Ulm, 18. 4. 1955 Princeton. N. J. (USA)
Das Relativitätsprinzip erkannte bereits Galilei bei seinen Bewegungsexperimenten.
Einstein hat dieses Prinzip als Ausgangspunkt für die Relativitätstheorie
verwendet. Diese besteht aus zwei Teilen, der speziellen und der allgemeinen
Relativitätstheorie. Die klassische Physik wurde damit von Grund
auf verändert. Während Newton behauptete, dass Raum und Zeit
absolut, die Lichtgeschwindigkeit hingegen relativ sind, zeigte Einstein
mit der speziellen Relativitätstheorie, dass das Umgekehrte der Fall
ist, und dass überdies die Zeit als relative Größe in
bewegten Systemen langsamer vergeht. Übertragen auf Systeme, die
sich aufeinander zu bewegen kommt man zur Hauptaussage der allgemeinen
Relativitätstheorie: Im vierdimensionalen Raum verändern sich
Raum und Zeit in Abhängigkeit von der Schwerkraft, wegen der Gravitation
können keine geraden Linien vorkommen. Einstein studierte ab 1897
Mathematik und Physik an der ETH Zürich. 1902 bis 1909 arbeite er
als Gutachter am Patentamt in Bern. Die Promotion erfolgte 1905, 1909
erhielt er eine Professur für Physik in Zürich. Es folgten Tätigkeiten
an der Universität Prag (1911/12) und der TH Zürich (1913).
1914 bis 1933 war Einstein Mitarbeiter der Preußischen Akademie
der Wissenschaften in Berlin. Der Nobelpreis für Physik wurde ihm
1921 verliehen. 1933 emigrierte er in die USA und wurde 1940 deren Staatsbürger.
Der engagierte Pazifist und Humanist warnte 1939 den Präsidenten
Roosevelt vor einer möglichen deutschen Atombombe, was diesem zu
einem amerikanischen Atombombenprojekt veranlasste.
Fahrenheit, Gabriel Daniel * 14. 5. 1686 Danzig, 16. 9. 1736 Den Haag
Die drei hauptsächlich gebräuchlichen Thermometerskalen, die
Fahrenheit-, Celsius- und Réaumur-Methode unterscheiden sich durch
die verschiedenen Einteilungen, die sie vornehmen. Der deutsche Physiker
und Instrumentenbauer Fahrenheit setzte drei Eichpunkte an, die in je
212 Grade unterteilt sind. Demnach ist der Nullpunkt bei einer speziellen
Kältemischung aus Wasser, Salmiak und Eis gegeben, wodurch im Winter
negative Temperaturen vermieden werden. Die menschliche Körpertemperatur
beträgt 96°, der Dampfpunkt des Wassers liegt bei 212°F.
Fahrenheit war der Erste, der ein eichbares Thermometer entwickelte, sodass
diese in Serie produziert werden konnten. Die Fahrenheit-Thermometerskala
setzte sich in den Niederlanden und den angelsächsischen Ländern
durch. Der Sohn eines Kaufmanns aus Danzig beschloss im Alter von 15 Jahren,
nach Amsterdam zu gehen, um den Beruf seines Vaters zu erlernen. Kurzentschlossen
begab er sich stattdessen auf bis 1717 auf Reisen durch Europa, wobei
er als Glasbläser und Instrumentenbauer arbeitete. Schließlich
in Amsterdam angekommen entwickelte er das eichbare Thermometer, indem
er Alkohol und ab 1718 gereingtes Quecksilber verwendete. 1724 wurde er
Mitglied der Royal Society in London. Er entwickelte weitere Messgeräte
wie das Barometer, das Hypsobarometer und kleinere Erfindungen.
Faraday, Michael * 22. 9. 1791 Newington, 25. 8. 1867 Hampton Court
Der britische Physiker und Chemiker erforschte und entdeckte zahlreiche
Substanzen und elektrotechnische Methoden. So stellte er die Verflüssigung
von Chlor, Kohlensäure und Ammoniak dar, bei der Analyse von Öl
entdeckte er das Benzol und bei physikalischen Versuchen mit Elektrizität
entwickelte er den ersten Elektromotor. Faraday besaß keine besonderen
Kenntnisse der Mathematik. Als Sohn eines Schmiedes geboren, der nur minimale
Schulbildung besaß, verfügte er jedoch über eine ausgeprägte
Fähigkeit zu anschaulicher Darstellung. Bevor er 1813 Assistent and
der Royal Institution in London wurde, arbeitete Faraday als Zeitungsjunge
und Buchbinder. 1824 wurde er Mitglied der Royal Society und im Folgejahr
wurde er Direktor des Labors der Royal Institution. Die dort 1827 übernommene
Stelle als Professur für Chemie hatte er bis 1861 inne. 1831 wies
Faraday die elektromagnetische Induktion nach, woraufhin das erste Dynamo
konstruiert werden konnte, 1845 entdeckte er den Diamagnetismus. Die Begriffe
Elektrolyse, Elektrode, Kathode, Anode, Anion und Kation stammen aus der
Feder Faradays. Nach ihm benannt wurde der Faradaykäfig und er formulierte
die Faradayschen Gesetze.
Foucault, Jean-Bernard-Léon * 18. 9. 1819 Paris, 11. 2. 1868
Paris
Durch seinen Pendelversuch, der in Umberto Ecos Roman "Das Foucaultsche
Pendel" in der Gegenwart populär wurde, konnte im Jahr 1850
die Drehung der Erde naturwissenschaftlich bewiesen werden. Bei dem Versuch
in der Pariser Sternwarte, der im Jahr 1851 im Pantheon wiederholt wurde
kam ein Pendel mit einer Länge von 67 Metern und 28 kg Gewicht zum
Einsatz. Es traten Abweichungen des Pendels auf der Schwingungsebene auf,
die nur mit der Erdrotation zu erklären sind. Von Beruf Arzt, wandte
sich Foucault erst spät der Physik zu. Gemeinsam mit Armand Fizeau
führte er 1849 die später modifizierte Spiegelrotationsmethode
zur Messung der Lichtgeschwindigkeit durch. Es folgten die beiden Pendelversuche
und 1852 der experimentelle Nachweis der Existenz einer Drehachse schnell
rotierender Körper. 1855 kam Foucault an das Pariser Observatorium,
wo er 1862 zum Mitglied des "Bureau des Longitudes" wurde, das
sich mit den Längengraden beschäftigte. 1865 folgte die Aufnahme
in die Académie des sciences. Foucault entwickelte das Gyroskop
und führte technische Verbesserungen bei Spiegelteleskopen ein.
Fraunhofer, Joseph von * 6. 3. 1787 Straubing, 7. 6. 1826 München
Nach dem frühen Tod seiner Eltern, kam das elfte Kind eines Glasers
von 1799 - 1805 zu einem Glasschleifer und Spiegelmacher in die Lehre,
wo er sich heimlich mit der theoretischen Optik beschäftigte. Nachdem
er bei dem Einsturz des Hauses seines Lehrmeister gerettet wurde, erhielt
er vom Kurfürsten Bayerns eine größere Geldsumme geschenkt
und wurde an eine Werkstätte für geodätische und astronomische
Instrumente von Josef von Utzschneider vermittelt. 1809 wurde er Leiter
der optischen Abteilung, 1813 übernahm er die Leitung des gesamten
Unternehmens. Nach der Produktion von Flintglas entdeckte er 1814 das
Absorptionsspektrum der Sonne und in den Folgejahren bestimmte er darin
die nach ihm benannten dunklen Linien. 1823 ernannte das Physikalische
Kabinett der Bayrischen Akademie Fraunhofer zum Professor und Konservator,
ein Jahr später bekam er den persönlichen Adelstitel und den
Titel des Ehrendoktors der Universität Erlangen verliehen. Mit 39
Jahren starb der Forscher an einem Lungenleiden. Durch die Verbesserungen
der Glasschmelz- und Schleifverfahren wurden detailliertere Untersuchungen
und Messungen in der Optik möglich. 1949 wurde die Fraunhofer-Gesellschaft
zur Förderung der angewandten Forschung gegründet.
Gauß, Carl Friedrich * 30. 4. 1777 Braunschweig, 23. 2. 1855 Göttingen
Fast zweitausend Jahre lang versuchten Mathematiker, die euklidische
Geometrie durch weitere Konstruktionen zu ergänzen, bis 1796 der
19-jährige Gauß zeigte, dass auch ein 17-Eck mit Zirkel und
Lineal konstruiert werden kann. Im Laufe seines Lebens verfasste der größte
Mathematiker seiner Zeit grundlegende Arbeiten zur Zahlentheorie, er bewies
noch zu Studienzeiten den Fundamentalsatz der Algebra und ermöglichte
durch seine Ausgleichsrechnungen die Bahnbestimmung von Himmelskörpern,
wodurch mehrere Kleinplaneten entdeckt wurden. Mit Hilfe eines Stipendiums
studierte der aus einfachen Verhältnissen stammende Gauß, der
schon als Kind mit mathematischem Genie seine Lehrer verblüffte,
von 1795-1799 Mathematik in Göttingen, wo er, unterbrochen durch
die Promotion in Helmstedt, im Jahr 1807 eine Professur für Astronomie
und die Leitung der Sternwarte übernahm. 1820 wurde Gauß mit
der wissenschaftlichen Leitung eines Projekts zur Vermessung des Königreichs
Hannover betraut, in dessen Rahmen er Vermessungsinstrumente und Kartenprojektionen
entwickelte. Die Einführung der komplexen Zahlen in die Mathematik
gelang ihm im Jahr 1831. Es folgten Arbeiten zum Erdmagnetismus und zur
Geodäsie.
Gesner, Konrad * 26. 3. 1516 Zürich, 13. 12. 1565 Zürich
Der Schweizer Naturforscher und Arzt wurde aufgrund seines unermüdlichen
Forscherdrangs als "deutscher Plinius" bezeichnet. Er war der
erste Naturwissenschaftler, der eine Einteilung der Pflanzen nach Blüten
und Fruchtteilen vornahm. Sein 4-bändiges Werk "Historia animalium"
mit der Beschreibung von 800 Tierformen wurde zu einem Vorbild beschreibender
Naturforschung. Sein Hauptwerk, die 4-bändige "Bibltiotheca
universalis" ist eine Zusammenstellung sämtlicher bekannter
Werke in griechischer, lateinischer und hebräischer Sprache. Sie
gilt als Grundlage der Bibliographie. In armen Verhältnissen geboren
studierte Gesner zunächst von 1532 - 1534 Theologie und wurde anschließend
als Elementarlehrer in Zürich und 1537 als Professor für griechische
Sprache in Lausanne tätig. Als Herausgeber der Werke des antiken
Arztes Galen wurde er zum Medizinstudium motiviert, das er 1540 in Montpellier
begann und 1541 in Basel abschloss. Er ließ sich als Arzt in Zürich
nieder und begann 1544 als Lektor für Naturgeschichte mit seinen
wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Im selben Jahr wurde er Oberstadtarzt
und 1558 Chorherr am Großmünster in Zürich. 1564 wurden
seine Arbeiten mit dem Adelstitel anerkannt. In Ausübung seiner Tätigkeit
starb Gesner mit 49 Jahren an einer Pestepidemie.
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